NordCon 2012 & Stoffmarkt Hamburg

von Selene

Asche über mein Haupt.

Ich habe es verbockt. Na, ja, eigentlich wir beide. Wir hätten uns schließlich gegenseitig erinnern können.

So bleibt dieser Text wohl ausnahmsweise mal komplett ohne (eigene) Bilder…

Warum? Der Drache hat den Photoapparat vergessen und meiner war nicht aufgeladen. Schande.

Aber zurück zum Anfang:

An diesem Wochenende waren wir auf der NordCon 2012 in Hamburg, eine Convention für Rollenspiele, LARP, Fantasy, Bücher, etc., außerdem auf dem Holländischen Stoffmarkt, auf dem ich  mehr als nur ein bisschen fündig wurde. ;)

Leider hat das Schicksal es an diesem Wochenende nicht wirklich nett mit uns gemeint, in Hamburg gab es eine große Rechts-/Linksradikalendemo, ein Fahhradrennen, alles war abgesperrt und wir mussten vor einem Großeinsatz von Feuerwehrwagen warten. Noch dazu war das Wetter eher weniger schön und, wie bereits erwähnt, konnten wir keine Bilder machen. *grml*

Ich könnte euch jetzt natürlich stundenlang zutexten, weil ich den Artikel nicht wie sonst mit Bildern füllen kann, aber das wäre unfair und auch eher kontraproduktiv. Hm.. obwohl.. Ich tu’s trotzdem – weil ich es kann! :)

Soo… also Samstag morgen in der Frühe ging’s also los Richtung Hamburg. Das Auto war voll und unsere Stimmung noch wirklich gut.

Nach gut eineinhalb Stunden Fahrt kamen wir auf dem Stoffmarkt an, suchten uns einen Wolf nach einem Parkplatz und folgten der Masse an Frauen mit riesigen Körben oder Einkaufstaschen, die alle dasselbe Ziel hatten.

Es war voll. Und laut. Und nass. Und voll… Und trotzdem bin ich fündig geworden! Nach ein bisschen Suchen habe ich endlich den ersehnten Streifen-Jersey und passende Baumwolle bekommen, mehrere schöne Reststoffe, einen Drachen-Stoff für meinen Liebsten und – das Highlight – einen Dinostoff, der im Internet ausverkauft war, als ich ihn mir holen wollte! (Da ich keine Tonaufnahmen einbinden kann/will, stellt euch nun dieses laute Quietschgeräusch vor, dass Frauen produzieren, wenn sie etwas wirklich, WIRKLICH Tolles bekommen – ja, genau dieses Geräusch, meine lieben Herren! SO klingt Liebe. ;) )

Letzteres schenkte mir mein Liebster natürlich nach eben beschriebenem Geräusch. Was erneut jenes eben beschriebene Geräusch hervorrief.

Nach fast drei Stunden Verkaufstische abklappern und Augenrollen-vom-Drachen-kassieren, ging es dann mit drei Tüten wieder zurück zum Auto und weiter zur NordCon. Zumindest war das unser Plan.

Dummerweise kam uns erst eine Umleitung wegen des Fahhradrennens in den Weg und dann eine Fahrzeugsperre aus Polizeiwagen, die uns in eine andere Richtung lenkten. Dummerweise wollte unser freundliches Navigationsgerät nicht, dass wir um Wandsbek herum fahren, sondern mitten durch (wir als Aussies kannten auch keinen anderen Weg). Und nachdem wir einmal fast jede Straße und mehrere Schleichwege ausprobiert hatten und schließlich vor einer neuen Sperre standen, sagte uns ein freundlicher Beamte einen neuen Weg nach Hamburg-Horn.

Dummerweise kamen wir dann an vorhin erwähntem Feuerwehreinsatz nicht vorbei, der gerade dabei war, einen Brand in einer Schule zu löschen. Ich werde wohl nie verstehen, warum Demonstranten öffentliche Gebäude – bzw. überhaupt irgendetwas – in Brand stecken müssen.

Also wieder diverse Schleichwege probiert, von einem Beamten durch eine Verbotsstraße geschickt worden und schließlich dort wieder herausgekommen, wo wir angefangen hatten. Oh, Hamburg, meine Perle. Wir mögen dich nicht mehr.

Da mein Drache dringend Nervennahrung brauchte, ging es dann noch mal kurz zum leuchtend gelben „M“. Ich verzichtete, was ich mittlerweile stark bereue. Ich wusste da ja noch nicht, dass ich den Rest des Tages und an dem Folgetag nur noch von trockenen Brötchen leben sollte. Oh, und Snickers.

Quelle Photo: Nils Haessler

Aber dann – endlich! – kamen wir bei dem Schulgelände an und konnten uns erneut auf die Suche nach einem Parkplatz machen. Statt wie geplant um drei Uhr kamen wir erst gegen fünf dort an.. Haben natürlich fast alles verpasst und mussten uns beeilen, um noch unser Programm abzuarbeiten. ;)

Also schnell umgezogen, Rucksack auf und im Laufschritt zur Kasse!

Und hier nun mein kleines Fazit dessen, was wir auf der NordCon erleben durften:

Zum Programm: Markus Heitz, das Lügenduell und die Shows auf dem LARP-Gelände waren klasse. Wirklich. Aber wir (und viele andere, mit denen ich gesprochen habe) fanden, dass es ansonsten viel zu wenig für Nicht-Rollenspieler gab. Es gab sehr viele Turniere für Battletech & co., unglaublich viele RP-Runden, aber kaum etwas für LARPer oder andere Besucher. Und „LARP für Anfänger“ ist eben nicht mehr (vor allem mehrere Jahre hintereinander) für die mittlerweile Fortgeschrittenen interessant.

Scheinbar waren auch sehr viel weniger Orgas und Stände da. Zumindest hatten wir das Gefühl. Zum Beispiel wollte ich nach Markus Heitz’ Vortrag das Buch kaufen, weil ich es vorher noch nicht geschafft hatte, und davon ausging, dass es wie letztes Jahr ohne Probleme zu bekommen wäre. Fehlanzeige. Ich habe nicht einen Stand mit aktueller Fantasy-Literatur finden können. Also kein Buch für die kleine Tani…

Zur Verpflegung: Ich bin etwas… enttäuscht. Es hat sich seit dem letzten Jahr nichts geändert, die Preise waren immer noch zu hoch für die kleinen Portionen (wir haben selbst auf dem Autorasthof weniger für mehr bezahlt!) und es gab nichts für Vegetarier/Veganer/Laktoseintolerante/Prescetarier/… Sondern nur Chili Con Carne (4,20 € für ein Schälchen!) und Irgendwas mit Hackfleisch-Kartoffel-Mischgut. Zwischendurch habe ich aufgeschnappt, dass es mal einen Salat gab – von dem habe ich aber nichts mehr gesehen. Was mich zum nächsten Minus führt: Es war alles schon leer, wenn wir zum Essen kamen! Nach zehn Uhr morgens gab es keine Brötchen mehr! Und ratet mal, wann wir frühstücken wollten? Genau!

Ausbeute: Der Drache hat sich bei Dunkelart eingedeckt und einen Schild mit unserem Wappen darauf in Auftrag gegeben, ich habe ein süßes Buch über die Tiefen Wesen und den englischsprachigen Film „Tin Man“ als Uncut-Version (die vier Stunden habe ich mittlerweile auch komplett gesehen ) ergattern können. Außerdem habe ich mein erstes BookCrossing-Buch gefunden! Vielleicht wäre das auch noch einmal etwas, über das ich bloggen könnte. Ist auf jeden Fall ein interessantes Thema.

Also alles in allem hatten wir schon eine Menge Spaß, aber letztes Jahr war es doch besser. Liebe Veranstalter des NordCon, bitte ändert euch wieer zum Guten hin, dann sind wir auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei (warscheinlich sowieso, der Termin passt schließlich immer mit dem Stoffmarkt ;) )!

Fazit Ende.

Nach diesen  zwei sehr anstrengenden Tagen, einer nervenaufreibenden Odyssee quer durch Hamburg,  wenig Nahrungszufuhr, leeren Geldbeuteln und vollem Kofferraum, ging es am Sonntagnachmittag dann wieder nach Hause. Tanija muss jetzt ersteinmal bis Ende des Monats eingepackt bleiben, bis es wieder zum nächsten MPS geht. Allerdings bin ich mir da noch nicht so sicher, ob ich als Faun hingehe… Nennt mich ruhig ein Weichei, aber die letzten Wochenenden waren anstrengend genug.

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