Aufräumarbeiten.

von Selene

So…dies könnte mal ein sehr langer Beitrag werden, der ohne viele Bilder auskommen muss. Es wird auch nicht unbedingt um DIY oder um’s Nähen gehen. Tatsächlich geht es um das Freimachen. Freimachen von weltlichen Dingen, die ich eigentlich nie brauche und auch nicht mehr haben mag.

Inspiriert dazu hat mich erstens der Blog „Ichkaufnix“ von der Österreicherin Nunu, sowie dieser Beitrag von Mademoiselle Chaos: „Simplify – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ oder auch das „Simplify“-Projekt vom Paisleystern: „Simplifizierung“. Ich lese alle drei Blogs sehr regelmäßig (wenn auch sehr still) mit und ich habe selbst schon lange überlegt, was mir im Leben tatsächlich wichtig ist.

Ja, ich umgebe mich gern mit den Dingen, die ich liebe und bewundere. Allerdings frage ich mich häufig: Was davon ist denn wirklich nötig? Ich versinke oft in Chaos und habe Platzprobleme – was auch daran liegen könnte, dass ich in einer kleinen WG wohne…aber das wird auch in Zukunft so bleiben, ergo muss ein wenig mehr Platz durch Ausmisten her. Es soll jedoch nicht einfach alles weg, sondern ich will bewusster leben. So wie andere bewusster auf ihre Nahrung achten, will ich „bewusster leben“ und mehr Zeit und Platz für meine Kreativität haben.

Hier nun also meine anfänglichen Gedanken und die bereits erledigten Sachen:

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Kleidung

Ich habe bereits vor einiger Zeit angefangen zu überlegen, was aus meinem Kleiderschrank tatsächlich noch von mir getragen wird. Ich tausche bei Kleiderkreisel sehr viel, komme aber selten dazu, neue Dinge in meinen Katalog zu stellen (und noch seltener werden diese tatsächlich auch gekauft). Ausgemistet habe ich auch bereits einiges – aber immer noch finde ich Teile, die ich seit Ewigkeiten nicht getragen habe, und es auch in Zukunft nicht mehr tun werde- sei es durch Größe, Beschaffenheit oder auch einfach Geschmack.

Mein Ziel für die kommenden Wochen ist also, meinen Kleiderschrank (bzw. meine Kleiderschränke, wenn man den in meinem alten Kinderzimmer daheim noch mit dazu zählt), durchzugehen und akribisch auszusortieren, was mich nicht mehr begleiten soll.

Um dabei keinen Frust aufkommen zu lassen, habe ich mir erlaubt eine Art 2:1 Tausch stattfinden zu lassen. Für alle zwei Teile, die rausfliegen, kommt ein neues hinein. Jedoch darf dieses nur selbstgemacht oder second-hand ertauscht/erkauft worden sein. Ein hohes Ziel, aber ich will mich daran versuchen. So schaffe ich bei mir selbst ein wenig Bewusstsein, was Kleidung angeht und kaufe auch keine neuen, teuren Sachen (was ich ohnehin fast nie mache, sofern es denn nicht nötig ist, z.B. bei Unterwäsche oder Sportsachen). Geschenkte Dinge sind natürlich ok, aber da muss ich gerade sowieso nur meine Mutter ansehen und sie ermahnen. ;)

Ein positiver Effekt der Aktion wäre dazu, dass ich mich so antreiben kann, mehr Kleidung zu nähen. Tatsächlich habe ich leider eine irrsinnige Angst davor, Kleidung zu nähen. Ich mache mir einfach ständig Sorgen, dass es schief geht und verliere bei unverständlichen Anleitungen oder Schnittmustern sehr schnell das Vertrauen und den Spaß an der Sache und gebe es schließlich auf. Aber das will ich nicht mehr. Und ich darf es auch nicht, wenn ich meinen Studienweg beibehalten will.

Also ran an die Nadeln und an den Schrank.

Ach ja, dasselbe gilt auch für Accessoires o.Ä. – da ich jedoch nicht viel an Schmuck oder auch Schminke besitze, wird da nicht viel bei rumkommen. Außer Handtaschen und Rucksäcke. Da muss ich nochmal hart durchgreifen…

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Möbel

Einige Möbel habe ich bereits aussortiert und an meinen Bekanntenkreis weitergegeben (bzw. werde es noch tun); einige Möbel werden auch hier in der WG bleiben und von meinen Mitbewohnern weiterbenutzt werden. Mein Sofa wird den Umzug wohl nicht mehr überleben und auf dem Sperrmüll landen, einiges an Deko kann ich wohl auch entfernen.

Mit dem Fernseher (ein riesiger, schwarzer Kasten mit passendem Tisch) bin ich mir allerdings weniger sicher. Eigentlich sehe ich nie fern (sofern es nichts wirklich Interessantes ist und ich es nicht über das Internet aufzeichnen oder nachsehen kann). Ich nutze ihn mittlerweile ausschließlich zum Sehen von DVD’s (was ich auch auf dem Laptop könnte), und zum Bespielen meiner Konsolen (was ich, soweit ich weiß, nicht mit dem Laptop könnte). Wenn es also einen kostengünstigen Adapter gäbe, mit dem man das umbauen könnte, wäre das schon praktisch. Dann würden wieder zwei Möbelstücke wegfallen, die ich eh selten bis nie brauche (auch, wenn meine Mum dagegen ist).

Hm…hat da jemand eine Idee? Jemand, der tatsächlich bis hierhin gelesen und Ahnung hat? ;)

Vorgeschlagen wurde mir bereits, einen PC-Bildschirm anzuschließen. Fehlt nurnoch ein Anschlussteil – wenn mein Bildschirm dafür denn geeignet ist.

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Bücher

Und dann schlussendlich noch Bücher.

Sie sind hier überall: In meinen Regalen, in Kisten, im Schuppen daheim in weiteren Kisten, im alten Zimmer, auf Tischen, … Sie erschlagen mich regelrecht.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Bücher. Und ich gehöre auch zu den Frauen, die statt eines haushohen Schuh- oder Kleiderschrankes lieber eine eigene Bibliothek hätten – aber das funktioniert platztechnisch und auch wirtschaftlich einfach nicht. ;)

Ich habe zwar mittlerweile einen Großteil Dank Bookcrossing weiterwandern lassen und an den Mann gebracht, habe viel getauscht und auch auf Flohmärkten verkauft, aber es sind immer noch zu viele und leider will sie auch nicht jeder.

Hm…mal sehen, wie viele ich bis dahin noch ausgewildert bekomme. Aber kaufen werde ich erst mal kein einziges Buch mehr – höchstens ertauschen oder wenn es welche für die Schule/Uni benötigte sind. Habe ja schließlich auch meinen E-Reader. Das spart schon mal den Platz für Taschenbücher und co.

Glücklicherweise gab es gerade bei Ebay eine Osteraktion, bei der man kostenlos Artikel einstellen konnte – ein paar meiner Sachen sind nun also in meinem Shop dort zu finden. Für Interessierte, ein Klick auf die Bilder bringt euch zu den Aukionen:

Trilogie „Der Schattenbund“

Trilogie „Gallica“

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Puhh…ich glaube, das reicht für den Anfang. Da kommen sicherlich noch mehr Überlegungen zu – aber für heute ist Schluss. Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass ich schon einiges geschafft habe, aber noch immer – vor allem im Bereich Kleidung – noch viel zu erledigen habe. Ich werde daraus wohl jetzt eine Art „WIP“ machen und hin und wieder berichten, wie weit ich gekommen bin, mich selbst und meine Wohnung zu ordnen. Wenn ihr daran Gefallen findet, kann ich ja auch über den Umzug selbst berichten.

Falls jemand tatsächlich auch Interesse an den oben genannten Dingen hat, darf er sich gerne bei Kleiderkreisel oder oben bei meinen Seiten unter „Sale“ mal umsehen. Ich werde die kommenden Wochen immer malwieder aktualisieren und neu reinstellen, in der Hoffnung, Herr über mein kleines Chaos zu werden.

Vielleicht hat ja jemand selbst schon so eine „Krise“ erlebt und kann ebenfalls berichten, wie er damit umgegangen ist, oder wie er sich gegen sein Hab und Gut „behauptet“ hat. Würde mich auf jeden Fall sehr interessieren – vor allem eure Beweggründe. Seid ihr überhaupt Minimalisten, oder darf es ruhig etwas mehr sein?

Bis dahin,
eure heute mal etwas ordentlichere Lepi.

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P.S.: Oh, ich habe mir übrigens überlegt, ob ich – um mich nicht jedes Mal zu entschuldigen, wenn ich malwieder keine Lust zum Schreiben gehabt habe – einfach mal einen „Monatsrückblick“ (tagebuchmäßig) anfange. Also das, was viele von euch wöchentlich machen, um den Blog lebendig zu halten. Da ich mich allerdings kenne, wird wöchentlich bei mir nicht genug passieren (außer Arbeit und Sport), weswegen ich es lieber einmal im Monat und dann etwas ausführlicher machen möchte. Mal sehen. Vielleicht starte ich gleich nächsten Monat.

Themenideen: Genäht/Gebastelt/Stoffbilanz, Gegessen, Gesehen/Gehört/Gelesen, Gedacht, Besucht (Cons, Konzerte etc.), (Gefühls-)Fazit (?)