Interview mit Marco Ansing zum Live-Hörspiel – Teil I.

von Selene

Hallo und herzlich willkommen zu meinem ersten Interview auf diesem Blog!

Da sich hier momentan alles um das Live-Hörspiel „Die Letzte Instanz“ und den Steampunk-Bereich im Allgemeinen dreht, dachten wir, ein Interview mit dem Mann der Stunde – Marco Ansing persönlich – würde sich hier doch sehr gut machen. Und da wir sowieso gerade nach einem anstrengenden „Drehtag“ zusammen saßen, haben wir uns gedacht, dass ein Interview das Ganze doch noch nett abrunden und ausklingen lassen könnte.

Und hier könnt ihr nun also das Ergebnis lesen. Auch, wenn das Interview kurz war, ist doch die geschriebene Form recht lang geworden. Deswegen werde ich dieses Interview in zwei Teilen veröffentlichen – der erste Teil hier und den zweiten Teil dann in ein paar Tagen.

Und damit also: Viel Vergnügen beim Lesen und danke fürs Reinschauen!

Interview mit Marco Ansing

Bild und Bearbeitung von Klaas P. Oostlander,
Stock von Malleni-Stock auf DeviantArt.

Lepi: Hallo Marco Ansing – schön, dass Du hergefunden hast. ;)

Marco: Danke und Moin, moin!

Lepi: Also Marco, stelle Dich doch einfach mal vor.

Marco: Also ich bin Marco Ansing und Autor für Kinderbücher und Phantastik und ganz viel im Bereich Humor. Ich bin in das Genre “Steampunk” mehr oder minder hineingestolpert, als ich beim Aethercircus mitgemacht habe. Außerdem habe ich auch in sehr vielen Anthologien mitgeschrieben.

Ja, eigentlich bin ich Historiker für das Mittelalter und das beeinflusst ein ganz kleines bisschen bestimmte Texte – aber nicht zu sehr hoffe ich. ;)

Lepi: Was hast du denn bereits geschrieben, was jetzt zum Thema passen würde?

Marco: Ich habe einige sehr gut laufende Geschichten über den Reporter Johann Alexander Krieger. Das ist ein richtiger “rasender Reporter”, der immer wieder versucht Schlagzeilen zu produzieren und dadurch in sehr turbulente Abenteuer gerät, z.B. in der Geschichte “Lykonium”, die von dem Art Skript Phantastik Verlag veröffentlicht wurde (auch auf meiner Seite zu finden). Das besondere an der Geschichte ist, dass diese immer im Zeitungsstil geschrieben ist und die Leser direkt anspricht, also im Stile von “Für Sie habe ich mich in die Höhle des Löwen begeben und herausgefunden, dass…” und das ist natürlich gerade für Lesungen sehr interessant.

Die zweite Geschichte, die gerade bearbeitet wird und hoffentlich bald herauskommt, dreht sich um das Versteck einer Geheimorganisation im Hamburger Hafen, die eine riesige Kanone baut um damit einen Menschen in das All zu schießen. Dies spielt natürlich alles im 19. Jahrhundert.

Lepi: Das klingt spannend. Wie viel Arbeit steckst Du denn täglich in Deine Projekte?

Marco: Ich versuche jeden Tag an diversen Fronten zu schreiben, bin damit auch selbstständig und viele dieser Projekte finanzieren mich auch. Dies sind aber Projekte, in denen ich eher als Historiker involviert bin, z.B. dass ich Audioguides produziere.

Tja…was mache ich denn so den ganzen Tag… Ich schreibe im Grunde jeden Tag mindestens eine Stunde, habe aktuell sehr viel mit dem Live-Hörspiel zu tun, da bin ich jeden Tag mehrere Stunden am Tun und Machen und sonst versuche ich eben als Journalist mein Geld zu verdienen, was mein eigentlicher Job ist.

Lepi: Wie sieht es mit Hobbys bei Dir aus? Hast Du dafür noch Zeit, oder ist das Projekt ein Fulltime-Job geworden?

Marco: Ja, auf jeden Fall hab ich noch Hobbys. Tatsächlich lese ich unheimlich gerne und versuche mir dafür immer eine ruhige Ecke zu suchen. Dann schaue ich auch wirklich gern Filme und besuche mit meiner Freundin zusammen diverse Tanzkurse. Und dann natürlich noch “die üblichen Kriminellen”, wie Musik hören und so weiter. Also passend zum Thema Steampunk bastele ich zum Abschalten aus Zahnrädern Broschen oder Anstecker, aber es gibt neben all diesen Dingen, die ich so tue nicht “das” große Hobby.

Ich bin Rollenspieler, nebenbei. Ich spiele gerne Pen-und-Paper und man kann mich auch mal auf einem LARP erleben.

Lepi: So haben wir uns ja auch eigentlich kennen gelernt.

Marco: Ja, genau, da war ja was. ;)

Lepi: Wie ist die Idee zu dem Hörspiel “Die Letzte Instanz” eigentlich entstanden? Hattest Du ein bestimmtes Ziel vor Augen, oder kam die Idee spontan auf?

Marco: Die Idee ist ja nicht allein von mir. Kristina Lohfeld und ich haben uns hingesetzt und darüber nachgedacht, dass wir zusammen ein Live-Hörspiel machen wollten und haben uns überlegt: “Wie setzen wir das um und was ist uns wichtig?”. Und da kam die Idee auf Steampunk, weil dieses Genre unheimlich visuell ist. Also Du hast viel zu sehen: Requisiten werden benutzt, Klamotten und es ist viel auf der Bühne. Steampunk war so bei mir auch ein bisschen der Gedanke, weil ich darüber ja gleich eine Band kannte, die man involvieren konnte und das war halt die Band Drachenflug.

Lepi: Und es gab auch kein zweites Thema, dass ihr euch hättet vorstellen können? Also statt Steampunk vielleicht in Richtung Mittelalter oder dergleichen?

Marco: Es war eher umgekehrt, wir haben erst einmal überlegt, welche Handlung wir haben wollen und haben dann ein Konzept geschrieben. Danach wurde überlegt, wie wir das umsetzen können. Wir hatten uns von Mystery und Grusel (Fantasy hatten wir tatsächlich nicht) hin etwas Gegenwartsbezogenes überlegt und sind dann darüber letztendlich zu Steampunk gekommen. Die Idee schien uns gut umsetzbar. Es ist dann auf einen leichten Mystery-Touch hinausgelaufen – der Hörer soll sich dabei die ganze Zeit fragen “Was geht hier eigentlich vor, ist das jetzt Spuk? Was hier passiert oder gibt es nichts Übernatürliches?” und am Ende soll es dann einen kleinen Wendepunkt oder Showdown geben, der dann dem Hörer den Aha!-Effekt erleben lässt.

Lepi: Du hattest ja bereits erzählt, wie Du auf Drachenflug gekommen bist, aber wie hast Du all die anderen Leute (also die Schauspieler etc.) gefunden, die an dem Hörspiel mitarbeiten?

Marco: Ich bin ja schon recht aktiv im Hörspiel-Bereich gewesen, habe viele Skripte geschrieben und auch einige Hörspiele produziert. Gerade aktuell ist ein weiteres rausgekommen bei den “Mindcrushern”: “Ich bin der Schmerz”. Martin Sabel spricht hier eine Figur, die vor allem Schmerzen hat. Die Geschichte habe ich damals bei der Story-Olympiade geschrieben und war einer der Gewinner. Ich sprach Detlef Tams und Martin Sabel an und sie hatten Lust. Kristina Lohfeld ist auch theatererfahren und deswegen hat sie gleich zugesagt auch eine Figur zu sprechen. Wiba Stein von Drachenflug, die ebenfalls Schauspielerin ist, kam dann dazu. So hat sich das dann entwickelt. Carsten Krabbe war dann unsere Zweitbesetzung für die Hauptaufführung, da Detlef Tams nicht an dem Termin konnte. Carsten hat sich sofort ins Team eingefügt und es war großartig mit ihm zu arbeiten.

Lepi: Stimmt es, dass das Stück bereits komplett auf dem Aethercircus aufgeführt wurde?

Marco: Nicht ganz. Wir haben bereits auf dem Aethercircus eine Vollversion für die Aufnahme gespielt, allerdings hat das Hauptevent noch ein paar kleine Extras – ein paar zusätzliche Musikstücke und natürlich das Konzert von Drachenflug. Nicht zu vergessen, dass es für das Hauptevent in einem Theater gespielt wird. Also eine ganz andere Atmosphäre als auf einer Bühne draußen. Hinzu kommt eine weitere Figur und die Minirollen von der Startnext-Aktion. Das wird also dieses mal alles anders sein. Verpasst habt Ihr bisher nichts. ;)

Lepi: Sind für das Hörspiel danach noch weitere Termine geplant, oder ist es nur diese eine Aufführung?

Marco: Es ist nur diese einmalige Aufführung, genau. Danach ist nichts mehr geplant. Wir wollten einmal auf der “großen” Bühne spielen und dafür brauchen wir halt diese Finanzierung, um das hinzubekommen, da es für uns sonst unbezahlbar wird.

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Und hier nun erst einmal ein kleiner Cut. ;) Weiter geht es dann in ein paar Tagen – mit noch mehr Spannung und sogar etwas Magie!

Last euch überraschen,
eure Lepi.

Link zu Teil II des Interviews: Klick mich!