Conbericht: Rote Drachen 5 (NSC)

von Selene

Rote Drachen 5 – Wettlauf mit der Zeit

Conart: Schlachtencon
Ort: Pfadfindergelände Tydal in Eggebek, Schleswig-Holstein
Datum: 07.-09.03.2014
Conbeschreibung:

Zwei Jahre ist es nun her, dass artemische Soldaten in Ostfîn einmarschierten. Zwei Jahre, in denen sie Leid, Schmerz und Tod über Land und Leute brachten. Zwei Jahre lang haben sie Dörfer und Städte gebrandschatzt und verwüstet und unzählige Fînakaner einfach abgeschlachtet. In Lokenbrück gelang es glorreichen Helden endlich, diese feindliche Armee aufzuhalten und wieder gen Osten zurückzudrängen. Schlachten wurden geschlagen und viele Siege errungen. Nun gibt es noch ein Ziel: Den Grenzposten, der vor über zwei Jahren einfach überrannt wurde, wieder unter fînakanische Herrschaft zu bringen und zu sichern. Dann gehört Ostfîn endlich wieder uns! Doch die neue Armee Fînakas ist noch im Aufbau und wird nicht rechtzeitig dort sein, denn auch die Artemier schicken Verstärkung! Wir können nur hoffen, dass sich genug tapfere Recken finden, die den Grenzposten einnehmen und halten, bis unsere Verstärkung dort eintrifft.

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Vorab schon einmal gesagt bevor ich groß ausschweifend werde: Die Con war großartig!

Zwar war ich als NSC dort, aber ich fühlte mich fast wie auf jeder anderen LARP-Con als Spieler. Obwohl…es war doch etwas anders.

Aber fangen wir doch ganz von vorn an. Wie letztes Jahr auch fand das Rote Drachen wieder auf dem Pfadfindergelände Tydal (Eggebek/Tarp, zwischen Schleswig und Flensburg) statt. Eigentlich ein sehr schönes Gelände, vor allen für LARPs, jedoch hatte es durch den starken Sturm Anfang des Jahres sehr gelitten. Viele Bäume waren entwurzelt und das Gelände von den Spurrinnen der Fahrzeuge und Baumaschinen, die das Holz abtransportiert haben und das Gelände wieder in Schuss bringen sollten, durchzogen.

Eine weitere Überraschung war der Aufbau dieses Jahr. Statt ein abgetrenntes NSC-Lager aufzubauen, gab es ein Fort mitten auf dem Gelände, welches von außen mit Holzwänden aufgebaut wurde und in dem alle Zelte standen. Die Spielerlager lagen etwas weiter außerhalb um das Fort verteilt.

Gleich zu Anfang der Con wurde den NSCs eingetrichtert, vierundzwanzig Stunden am Tag In-Time zu sein und seine Figur die ganze Zeit zu verkörpern. Das gesamte NSC-Lager war also durchgehend selbst IT und man war so mehr mit der Geschichte und seinem eigenen Charakter verbunden, was man sonst nur als Spieler auf einer Con erlebt.

Ziel des Ganzen war es, eine echte und für die Spieler auch erlebbare Bedrohungssituation zu erschaffen, in der auch Gespräche der Nicht-Spieler untereinander belauscht werden können, die sich wirklich um die Geschichte drehen und nicht um z.B. das letzte Fussballspiel.

Rote Drachen Panorama

Schnell entstand eine besondere Eigendynamik im Lager der Artemier, bei der die Spielleitung kaum noch mitzuwirken brauchte. Der Hauptmann, die drei Offiziere und der zusätzliche Moraloffizier leiteten das Lager fast eigenständig und auf sehr militärische Weise. Es gab Appelle, Drills, Übungseinheiten, Maßregelungen und auch Exekutionen, wenn man zu sehr aus der Reihe tanzte. Da das artemische Regiment in diesen Punkten sehr strikt war und der Moraloffizier seine Rolle hier sehr intensiv ausspielte (und so schnell zur absoluten Hassfigur einiger Artemier wurde), entstand schnell eine militärische Einheit, die den Spielern stark zusetzte. Zwar schafften sie es, das Lager für eine kurze Zeit einzunehmen, jedoch übernahmen die Artemier es schnell wieder und hielten es auch bis zum Schluss.

Rote Drachen 7Es gab mehrere sehr bewegende Szenen auf dieser Con – der Moraloffizier wurde getötet und vom eigenen Nekromanten wiedererweckt, um dem artemischen Reich auch nach dem Tode noch zu dienen; ein böser Geist wurde in einen Spieler gepflanzt und musste wieder ausgetrieben werden; ein Lazarett der Artemier wurde von den Spielern überfallen und brachte dann doch noch eine moralische Frage für die Spieler mit sich; das römische Reich verband sich mit dem artemischen Reich und sie halfen sich gegenseitig – und auch, wenn die Spieler zum Ende hin keinen Sieg gegen die Artemier erlangen konnten, scheint es doch für fast alle eine sehr schönes Erlebnis gewesen zu sein.

Das Spiel miteinander war durchweg stimmig, das Lager lebendig und wirklich durchgehend IT (und wenn es mal OT-Gespräche gab, dann doch abseits der anderen) und auch, wenn die moralischen Implikationen der Artemier zumindest einigen Leuten (hier ein sehr intensiv reflektierender Blogbeitrag des Moraloffiziers persönlich zu dem Thema) übel aufgestoßen sind, so ist das Spielkonzept doch sehr gut angekommen – man musste uns Artemier einfach hassen, fürchten und lieben zugleich. ;)

Hm..was fehlt nun noch… Oh ja, stimmt: Das Essen!

Wie immer auf den Rote-Drachen-Cons wurden die NSCs vollverpflegt und dies mit ausgezeichneter Qualität! Auch wurde wieder alles dafür getan auch für diejenigen, die mit etwaigen Intoleranzen und Allergien geplagt sind, zusätzlich zu kochen (hierbei wieder ein großes Dankeschön an die Küchencrew!).

Das einzige Manko ist für mich aber erneut das gemeinsame Frühstück mit den Spielern morgens. Es ist einfach unmöglich da keine OT-Blasen entstehen zu lassen… Schade für beide Parteien, wie ich finde.

Dafür wurde aber das Kartoffelschälen sehr schön ins Spiel eingebunden. Wozu sonst lässt man auch gefangene Spieler im Lager? Natürlich um das Abendbrot für die NSCs vorzubereiten. Danke an dieser Stelle für das humorvolle Spiel an entsprechende Personen!

Rote Drachen 8Fazit:
Eine großartige LARP-Con, die ich auch kommendes Jahr gern wieder unterstütze! Und auch für ein artemisches Heer abseits der Rote-Drachen-Cons wäre ich zu haben (ich habe da diverse Gerüchte aufgeschnappt ;) ).

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Alle hier auftauchenden Bilder sind wie immer mit freundlicher Erlaubnis vom Fotografen Klaas P. Oostlander zur Verfügung gestellt worden. Weitere Bilder der Con sind hier zu finden:
Rote Drachen 5 – Bilder

Weitere Con-Rückblicke von mir findet ihr hier:
Rote Drachen 4 // Falkeninsel 6